RB Salzburg war im zweiten Gruppenspiel der Champions League ganz dicht dran an einer großen Überraschung. Gegen Atletico Madrid schlugen sich die Bullen beachtlich und sahen zeitweise wie der Sieger aus. Doch am Ende gab es Drama statt Jubel. Die Spanier siegten doch noch mit 3:2. Es waren vor allem die eigenen Nerven, die Mozartstädtern im Weg standen.
Spielbericht: Niederlage in der Schlussphase
Der Reihe nach: Atletico begann zurückhaltend. Die Tracht Prügel, welche die Spanier im ersten Spiel vom FC Bayern München (0:4) bezogen hatten, hallte nach. Salzburg auf der anderen Seite wirkte ebenfalls unsicher. Die Bullen wussten nicht so richtig, was sie von ihrem Gegner halten sollten. Nutzen konnte dies Marcos Llorente, der den Gastgeber nach rund einer halben Stunde in Front brachte (29. Minute). Die Führung für Atletico war glücklich, aber dies interessiert bekanntlich nicht.
Erstaunlicherweise schien der Rückstand den Salzburgern zu helfen. Sie spielten befreit auf. Dominik Szoboszlai erzielte noch in der ersten Hälfte den Ausgleich (40.). Zu Beginn der zweiten Halbzeit drehte Mergim Berisha die Partie und brachte die Bullen mit 2:1 in Front (47.). Kurzzeitig sah es tatsächlich so aus als könnte die Mozartstädter den unerwarteten Auswärtssieg schaffen.
Nun war es allerdings an den Bullen, von der Führung gehemmt zu sein. Im Gegenzug agierte Atletico deutlich befreiter. Joao Felix nutzte diesen Umstand zum Ausgleich (52.). Das Spiel war nach dem 2:2 zerfahren. Beide Seiten hatten erkennbar Angst, dass sie einen unglücklichen Treffer kassieren würden. Dieser fiel dann auch – in der Schlussphase markierte Joao Felix seinen zweiten Treffer an diesem Tag (85.). Die Bullen scheiterten vor allem an ihren Nerven. Die spielerische Qualität reichte eigentlich wieder einmal aus, um in der Königsklasse zu bestehen. Dieses Urteil kann allerdings niemand mehr in Salzburg hören.